Temperierte Malerei: Sebastian Pollozek in der Akademie-Galerie München

Das wohltemperierte Klavier kennt man aus der Musik. Was aber ist temperierte Malerei? In der Akademie-Galerie im Zwischengeschoss der Münchner U-Bahnlinie 3 an der Universität kann man noch bis zum 11. März die Ausstellung von Sebastian Pollozek sehen, deren zentrales Element die Temperierung ist. Es ist ein Ort, an dem täglich hunderte Menschen vorbeigehen. Direkt nebenan kann man sich einen Kaffee holen und ein bisschen vor den Schau-Fenstern verweilen.

Der junge Münchner Maler hat sich auf das Wesentliche beschränkt: 4 Bilder aus seinem neueren Schaffen hängen sachlich ausgeleuchtet in diesem unterirdischen Raum mit den drei Stützpfeilern. Es wäre Platz für eine ganze Reihe mehr gewesen, auch für mehr Brimborium.

„Ein verdichtender Schritt in die Mitte, eine Art elitäre Abgrenzung, ist notwendig, um die Toleranz der Postmoderne nicht mehr in Anspruch nehmen zu müssen“, so der Künstler. Es soll kritisch beleuchtet werden, mit welchen Mitteln eine Neuerung in der Malerei erreicht werden kann. Und ob das bemühte oder gar gewaltsame Ausbrechen-Wollen aus einer Postmoderne Sinn macht, die genau durch diese Dehnung ihres Begriffs und den dadurch aufgeworfenen Diskurs lebt. Die „Schutzschilder“ der Postmoderne, Ironie und Relativismus, werden von diesem Ansatz bewusst ausgeschlossen.

Pollozek verzichtet für die Ausstellung auf intertextuelle Spielereien. Er hat seine Malerei ausstellen wollen, mehr nicht: „Ich bin Maler, also male ich Bilder.“ Die Kunst befindet sich auf den Leinwänden. Die Leinwände hängen an der Wand.

Es gibt keinen Skandal(-Versuch), keine Provokation, keine Exaltiertheit. Wer den Begleittext studiert und dazu die vorangegangenen Bilder dieses Künstlers kennt, merkt: Hier ist einer, der unaufhörlich über der eignen Arbeit brütet und sich nicht zufrieden gibt, nur weil er seine Bilder inzwischen verkaufen kann. Das Bekenntnis zu Form und Vorbildern ist alles andere als Resignation an der Grenze. Die „Phase der Temperierung“ ist vielmehr eine Atempause zu einem bestimmten Zweck. Pollozek ist ein ungebrochener Idealist, der nicht nur den augenblicklichen Erfolg im Blick hat: Eines Tages muss es in der Kunst wieder eine große Bewegung geben. Mittels gründlicher Vorbereitung soll irgendwann wieder Neues erreicht werden. Evolution statt Revolution, Geduld bei der Herausbildung des eigenen Charakters und kontinuierliches Voranschreiten statt kurzlebiger Erfolgs-Genüsse.

Dabei liegt ein besonderes Gewicht auf dem Verhältnis zwischen Meister und Schüler. Statt den gesamten Fokus auf Superlative und Extreme zu richten, hat Pollozek bewusst zurückgeschaltet: Es ist wichtig, Vorbilder anzuerkennen und durch die Chance einer solchen Beziehung zu wachsen. Auch das meint die Temperierung.

Auf die kommenden Werke dieses Künstlers darf man jedenfalls gespannt sein.

Kontakt: s.pollozek@gmx.net

Pollozek verzichtet für die Ausstellung auf intertextuelle Spielereien. Er hat seine Malerei ausstellen wollen, mehr nicht: „Ich bin Maler, also male ich Bilder.“ Die Kunst befindet sich auf den Leinwänden. Die Leinwände hängen an der Wand.

Es gibt keinen Skandal(-Versuch), keine Provokation, keine Exaltiertheit. Wer den Begleittext studiert und dazu die vorangegangenen Bilder dieses Künstlers kennt, merkt: Hier ist einer, der unaufhörlich über der eignen Arbeit brütet und sich nicht zufrieden gibt, nur weil er seine Bilder inzwischen verkaufen kann. Das Bekenntnis zu Form und Vorbildern ist alles andere als Resignation an der Grenze. Die „Phase der Temperierung“ ist vielmehr eine Atempause zu einem bestimmten Zweck. Pollozek ist ein ungebrochener Idealist, der nicht nur den augenblicklichen Erfolg im Blick hat: Eines Tages muss es in der Kunst wieder eine große Bewegung geben. Mittels gründlicher Vorbereitung soll irgendwann wieder Neues erreicht werden. Evolution statt Revolution, Geduld bei der Herausbildung des eigenen Charakters und kontinuierliches Voranschreiten statt kurzlebiger Erfolgs-Genüsse. Dabei liegt ein besonderes Gewicht auf dem Verhältnis zwischen Meister und Schüler.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Login with Facebook:
Anmelden