Die Neue Welt

Die Neue Welt kommt, sie macht Idioten. Die Neue Welt kommt, nach der Krise und die Neuen Menschen werden anders sein. Werden sein, was sie essen, was sie tragen, was sie atmen, so wie sie liegen in der Nacht, so wie ihre Freunde sind.

Die Körper werden harte, grobe Muskeln bilden, die edlen Leiber umwuchert sein wie von Würgefeigen. Ihre Hände werden Klauen sein, daran keine Erde, sondern Schmutz der Straße, Flecken von Asphalt und schwarzem Öl. Ihre Haut wird weiß und gelb sein wie Pergament. Dünne schwarze Haare werden sich aus ihren Poren schlängeln, von ewigem Schweiß auf die Haut geklebt.

Ihre Gesichter werden sein wie Masken. Die Lippen fette, blutrote Schnecken. Kein Freudestrahl traf diese Gesichter, solange sie lebten und in den grauen Tag starrten, nichts erwartend, höchstens Schläge und bitteren Regen, der wie Schmutz auf sie fällt. Kinder der Neuen Welt! Die Zähne gelbe, zerschundene Schaufeln, einer nach dem anderen bricht beim Kauen. Sie fressen synthetische Nahrung der großen Fabriken und der chemischen Werke: Gelbe Lappen von Brot, rosa Lappen von Fleisch, gepresst unter Dampf und Druck. Ihre Bäuche vollgestopft mit Volksnahrung, – und lauter Hass. Auf alles. Auf nichts. Auf die da oben. Auf jeden Hund, der vorüberjagt. Die Neue Welt kommt und die Krise der Poesie. Die Menschen von Morgen werden schreien wie Tiere, – blöken wie Schafe, bellen wie Hunde, brüllen wie Kälber: ‘Gebt uns Brot!‘‚ ‘Gebt uns Fleisch!’ Und vor Allem: ‘Gebt uns das Blut der Schuldigen!‘

Perlen liegen herum, aus der Alten Welt: Gefallen beim Übergang – als die Krise kam und fraß und brannte – aus dem Schneckengehäuse der Zeit. Sie werden eine Weile lang den Schimmer noch behalten, und ein letztes Mal spricht man uns frei. Die Neue Welt aber: wie ein unsichtbarer Film liegt sie schon jetzt über unserem Schicksal.

Das Klima wird wärmer, Regen fällt. Ich sehe Gestalten, geduckt zum Sprung, – ihre Hände sind Pfoten, sie haben Panzer wie Schildkröten. Die Kinder der Neuen Welt! Sie schlagen sich wie wilde Mammute, stechen mit hinterhältigen Klingen. Sie stehlen, was sie wollen. Sie haben Blut unter ihren Fingernägeln. Und ihre Augen, gnädiger Gott! Sie sind versteinert, – zu schwarzen Kieseln. Ich sehe am Grunde des Meeres lauter Schlick. Darin ein Schimmer wie von Perlmutt, der auftaucht und von Ewigkeit spricht. Oh, Glanz und Glorie der Alten Welt!

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